Magische Weihnachten

Es war unsere Tradition, dass der Weihnachtsmann mit seinen Helfern in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember den Baum schmückte. Für mich als Kind war das ein unausgesprochenes Versprechen: Wenn ich morgens die Augen öffnete, würde das Wohnzimmer verwandelt sein, erfüllt von Glanz und Wärme.
An einem dieser Wintermorgen, bin ich viel zu früh erwacht. Leise, beinahe scheu, schlich ich durch den Flur, barfuß auf dem kalten Boden, und öffnete vorsichtig die Tür zum Wohnzimmer und lugte durch den Türspalt.
Dort stand er – unser Baum. Dunkel ringsum, nur die Weihnachtsgugeln glänzten, als hätten sie ein eigenes Leben. Sie flüsterten mir etwas zu, ein Geheimnis, das nur Kinderohren hören konnten. Ich hielt den Atem an, als wäre ich Teil eines Märchens, das nur für mich geschrieben war.
Der Duft von Mandarinen hing in der Luft, und auf dem bunten Teller glänzten die Farben der Schokolade und der Nüsse. Draußen lag der Schnee still und schwer, die Welt schien den Atem anzuhalten. In diesem Moment war Weihnachten mehr als ein Fest – es war ein Wunder.
Später, als ich älter war, schmückte ich den Baum zusammen mit meinem Vater. Wir hängten Kugeln und Lametta auf, lachten über schiefe Kerzenhalter, und wenn wir morgens aufstanden, erstrahlte der Baum in voller Pracht. Es war schön, vertraut und voller Wärme.
Doch nie wieder war es so wundersam wie an jenem Morgen, als ich noch ein Kind war, als die Lichter lebendig wurden und mir ein Geheimnis zuflüsterten, das ich bis heute im Herzen trage.
